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Visa zündet die nächste Wachstumsstufe

22.10.2026

KI-Agenten sollen Aufgaben im digitalen Alltag übernehmen, inklusive Zahlungen. Visa liefert dafür ein Tool, das für eine sichere Zahlungsabwicklung sorgt. Ein neues Geschäftsfeld entsteht im Visa-Ökosystem.

  • Sicherheit und Vertrauen: Visa baut Infrastruktur und Sicherheitslösungen für agentische KI.

  • Innovation: Erfolg mit Stablecoins zeigt Visas Innovationskraft.

  • Geschäftsentwicklung: Hohe Wachstumsdynamik hält an.

Der Erfolg der KI-Agenten hängt vom Vertrauen ab

Wer die Börse kennt, kennt auch die Macht starker Erzählungen. Eine davon lautet: „KI frisst Software“. Sie stellt Geschäftsmodelle von „Software as a Service“ infrage. Ähnliche Sorgen gibt es im Zahlungsverkehr: Könnten KI oder Blockchain nicht auch Transaktionen übernehmen und damit das Geschäftsmodell der großen Zahlungsverkehrsdienstleister angreifen?

Das Internet wird zukünftig auch „agentisch“ sein: Händler können ihre Warenbestände KI-Agenten zugänglich machen. Diese agieren eigenständig auf den digitalen Verkaufsplattformen im Auftrag der Kunden. Visa-CEO Ryan McInerney brachte zuletzt die aus seiner Sicht wichtigste Voraussetzung für den Erfolg der KI-Agenten auf den Punkt: „Wenn ich die anstehenden Aufgaben mit einem einzigen Wort zusammenfassen müsste, wäre es: Vertrauen.“ Verbraucher und Händler müssen sicher sein, dass KI-Agenten wie der jüngst von Meta erfolgreich gestartete KI-Agent Muse tatsächlich nur im Kundeninteresse handeln und persönliche Finanzdaten sicher nutzen.

Start von Metas KI-Agent Muse zeigt das Marktpotenzial

Spätestens mit dem spektakulären Start von Muse zeigt sich das enorme Marktpotenzial, das in diesen digitalen Alltagshelfern steckt. Oft wickeln sie beim Erledigen alltäglicher Aufgaben auch Zahlungen ab, etwa bei Produktkäufen oder Dienstleistungen. Visa erwartet hier in den kommenden Jahren ein extrem dynamisches Wachstum. Wenn die digitalen Alltagshelfer im Auftrag der Nutzer Produkte oder Dienstleistungen kaufen, werden sichere Zahlungen zu einer Kernfunktion. Der Skalierungsweltmeister im Zahlungsverkehr will sich dabei als Sicherheitsgarant im neuen Markt des „Agentic Commerce“ etablieren.

Frage nach Vertrauen und Sicherheit entscheidend

Berichte über außer Kontrolle geratene KI-Agenten, die sich in fremde Systeme hackten, haben Sicherheitsbedenken geschürt. Visa hat jüngst Verbraucher befragt, ob sie KI-Agenten der großen Plattformunternehmen heute zutrauen, Zahlungen auszuführen. Das Ergebnis: Weniger als ein Viertel vertraut ihnen. Doch mit einer von Visa geprüften Zahlungsberechtigung steigt das Vertrauen: Über 60 Prozent der Befragten würden dann KI-Agenten nutzen, bei aktiven KI-Nutzern sogar über 70 Prozent.

Visa-Lösung startet Pilotphase

Dieses gerade entstehende Geschäftsfeld wirft also Fragen nach Sicherheit und Vertrauen auf. Händler müssen sicher sein können, dass ein KI-Agent vom Kunden autorisiert ist. Verbraucher müssen darauf vertrauen können, dass der KI-Agent wirklich nur das gewünschte Produkt zum vorgegebenen Preis kauft. Mithilfe kryptografischer Signaturen sollen missbräuchliche Bots von vertrauenswürdigen KI-Agenten unterschieden werden.

Visa hat dafür das „Trusted Agent Protocol“ (TAP) entwickelt, das im Oktober 2025 vorgestellt wurde und seitdem von Entwicklern genutzt werden kann. Es ermöglicht Händlern, autorisierte KI-Agenten zu identifizieren. Vor kurzem meldete Visa, dass zusammen mit den Partnern BILL und Billtrust die ersten echten Transaktionen im Testbetrieb unter realen Bedingungen laufen.

TAP kann auf weltweit bestehendes Netzwerk aufsetzen

Um TAP zu vermarkten und perspektivisch zu einem flächendeckend genutzten Standard zu etablieren, kann Visa auf die Reichweite des weltweit größten Zahlungsverkehrsnetzes bauen: In mehr als 200 Ländern und 160 Währungen verbindet es Verbraucher, Händler und Banken. Weltweit verfügt Visa über mehr als 175 Millionen Akzeptanzstellen, sprich Händlerstandorte, an denen Waren und Dienstleistungen zukünftig auch von KI-Agenten gekauft und über die Visa-Infrastruktur bezahlt werden können.

Visa kann in diesem neu entstehenden Zahlungsverkehr mit KI-Agenten dank seines bestehenden Ökosystems eine wichtige Rolle spielen: Als Weltmarktführer für Zahlungstransaktionen kann das Unternehmen über einen sicheren Transaktionsweg die für den Erfolg des agentischen Handelns nötige Sicherheit schaffen.

KI macht Visa effizienter

Künstliche Intelligenz bietet Visa aber nicht nur neue Marktchancen, KI führt schon heute auch bei Visa selbst zu massiven Veränderungen: So benötigen die Produktentwicklungsteams dank KI 80 % weniger Zeit für neue Konzepte und Produkte. Die Software-Teams, die sich um Betrugsprävention und Identitätsmanagement kümmern, stellen beispielsweise mithilfe von KI neue Funktionen 65 % schneller fertig und schaffen dabei 80 % mehr Code-Änderungen. Die Kosten sinken, Innovationen kommen schneller auf den Markt.

Mit Stablecoins ein neues Geschäftsfeld erschließen

Dass Visa bei der Erschließung neuer Marktpotenziale schnell vorankommt, zeigt das Unternehmen auch bei Stablecoins: Visa unterstützt bereits mehr als 160 mit Stablecoins verknüpfte Karten-und Zahlungsprogramme in 50 Ländern; deren Zahlungsvolumen wuchs zuletzt um nahezu 200 % gegenüber dem Vorjahr. Visa liefert hierfür die gesamte Bezahlinfrastruktur, über die Nutzer ihre Stablecoins per Visa-Karte oder digitale Wallet ausgeben und so jede Art von Transaktion durchführen können.

Visa sieht bei Stablecoins drei Wachstumsfelder:

  • Erstens bieten Stablecoins in Schwellenländern Unternehmen und Verbrauchern günstigen Zugang zu US-Dollar-Konten.

  • Zweitens gewinnen Stablecoins bei internationalen Überweisungen und im B2B-Bereich an Bedeutung.

  • Drittens bietet Visa verschiedene Services rund um den Stablecoin an, wie die Validierung spezialisierter Blockchains.

Geschäftszahlen zum 3. Quartal

Das dritte Quartal war ein weiteres Top-Quartal von Visa. Das starke Geschäft aus dem ersten Halbjahr hat sich weiter beschleunigt, Treiber sind unverändert Services, New Flows (vor allem Visa Direct, B2B und Digital Wallets) sowie die besonders profitablen grenzüberschreitenden Transaktionen. Der Bereich Services, vor allem die Arbeitsfelder Betrugsprävention, Cybersicherheit, Datenverkauf, legte erneut mehr als 30 % zu und trägt bereits 30 % zum Gesamtumsatz bei. Das Geschäft in der Services-Sparte sieht der Vorstand von Visa dennoch erst am Anfang des Wachstumspfades: Bisher habe Visa höchstens einen niedrigen einstelligen Prozentanteil des adressierbaren Marktes erschlossen.

Nach einem organischen Wachstum von 16 % im zweiten Quartal wuchs Visa im dritten Quartal mit 12 % weiter stark und steigerte den Umsatz auf 11,6 Mrd. US-Dollar. Visa profitierte von den resilienten Ausgaben von Verbrauchern und Unternehmen. Das führte zu einem Anstieg des Zahlungsvolumens von 10 %. Das besonders lukrative Cross-Border-Geschäft wuchs mit plus 12 % sogar noch etwas stärker. Auch die Anzahl der abgewickelten Transaktionen wuchs mit 10 % zweistellig. Insgesamt liefen 71,7 Milliarden Transaktionen über das Netzwerk. Beim Free Cash Flow schaffte Visa 6,1 Mrd. US-Dollar, was einer FCF-Marge von 53 % entspricht.

Fazit: Innovation in neue Wachstumsfelder

Visa behauptet erneut seine Ausnahmestellung als weltweit führender Anbieter von Zahlungsinfrastruktur. Das Unternehmen setzt seine globale Infrastruktur strategisch ein und positioniert sich in Wachstumsmärkten. So hat sich Visa im Bereich der Stablecoins bereits global mit Lösungen aufgestellt. Als neues Geschäftsfeld nimmt Visa nun den Zahlungsverkehr, der von KI-Agenten ausgelöst wird, in Angriff. Dabei positioniert sich Visa nicht nur als Infrastrukturanbieter, sondern auch als vertrauenswürdige Autorisierungsinstanz. Mit seiner Innovationskraft und finanziellen Stärke setzt Visa somit erneut Maßstäbe in der Branche.

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