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Chip-Hersteller: Die Knappheit von heute finanziert die Überkapazität von morgen

24.08.2026

„Die Knappheit von heute finanziert die Überkapazität von morgen“

Dominikus Wagner war zu Gast in der n-tv Telebörse. Dort unterhielt er sich mit Friedhelm Tilgen über der Superzyklus der Chip-Hersteller und seine Skepsis, dass das aktuelle Investitionstempo einfach weitergeht, wie bisher.

Dominikus Wagner…

… über das weitere Potenzial der Chip-Hersteller:

„Zuerst einmal stimmt es, dass mit den stark gestiegenen Chippreisen auch die Gewinne der Unternehmen stark gestiegen sind, die Firmen also eine höhere Substanz haben als zuvor. Insofern ist beim Blick auf die unmittelbare Gegenwart denkbar, dass es einen weiteren Anstieg geben kann, auch wenn ich das nicht prophezeien will. Wichtiger ist: Mittelfristig bin ich skeptisch. Denn vieles hängt davon ab, wie sich die Chip-Nachfrage in der Zukunft entwickeln wird. Fakt ist: Die Firmen erhöhen ihre Kapazitäten enorm, sie investieren stark. Somit könnte man spitz formuliert sagen: Die Knappheit von heute finanziert die Überkapazität von Morgen. Denn wir sollten nicht vergessen, dass es sich bei der Chip-Branche um eine zyklische Branche handelt. Und das Geschäft bleibt zyklisch. Die Börse geht aus meiner Sicht ein Stück weit zu sehr davon aus, dass die Nachfrage so hoch wie aktuell bleibt oder sogar noch weiter steigt.“

… über die Marktpositionierung einzelner Unternehmen:

„Im Chipbereich sind es natürlich die Koreaner, aber auch Micron in den USA. Dennoch sind und bleiben dies Firmen, die Speicherchips herstellen. Aber wir können nicht seriös planen, wie die Hyperscaler in der Zukunft in dem Bereich investieren. Die Investitionen sind schon jetzt sehr hoch: rund 800 Milliarden US-Dollar investieren alleine die Hyperscaler in diesem Jahr. Die Frage ist aber doch, wie sich dieses Investitionsvolumen entwickelt und wie sich dies wiederum auf die Speicherchiphersteller auswirkt. Ich bin ehrlicherweise skeptisch davon auszugehen, dass dieses Investitionstempo einfach weitergeht wie bisher. Wir sollten nicht vergessen: Die Chipnachfrage bleibt ein Superzyklus in einem Zyklus. Deshalb rate ich zur Vorsicht.“

Dominikus Wagner im n-tv Interview über Consumer Staples

Dominikus Wagner im Interview mit der n-tv Telebörse

… über die weiteren Aussichten für Chip-Hersteller:

„Man kann darüber spekulieren, ob das Samsung, SK Hynix oder Mircron ist. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass diese Unternehmen letztlich alle im selben Teich schwimmen. Der springende Punkt aus Investorensicht ist nicht, wer ist das Beste dieser drei Unternehmen ist, sondern wie sich der Zyklus weiterentwickelt. Und da ist meiner Meinung nach Vorsicht geboten. Investoren sollten sich eher Gedanken darüber machen, welche Firmen es schaffen, den KI Boom dauerhaft in Kundennutzen und somit in steigende Gewinne umzusetzen, sprich: zu monetarisieren.“

… über Unternehmen, die KI langfristig monetarisieren:

„Aus meiner Sicht ist das Alphabet mit seiner Tochter Google. Die Firma ist ein Vorreiter oder die bestpositionierte Firma, wenn es darum geht, durch KI den Kundennutzen zu erhöhen. Google gelingt es schon heute, seine Produkte im bestehenden Ökosystem durch KI für Kunden noch attraktiver zu machen. So gelingt es auch, die heutigen KI-Investitionen zu monetarisieren. Alphabet agiert hier aus einer Position der Stärke heraus. Das Unternehmen ist ertragsstabil, wächst profitabel und hat die Möglichkeit, die KI-Investitionen auf Dauer aus eigener Kraft zu tragen und diese dann zu monetarisieren. Dadurch unterscheidet sich Alphabet von vielen KI-„Hoffnungsfirmen“, die alles auf Pump finanzieren und nicht profitabel sind.“

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