Wer die Nachrichten verfolgt, könnte leicht den Eindruck gewinnen, die Welt sei heute unsicherer als je zuvor. Vielleicht stimmt das. Vielleicht auch nicht. Sicher ist nur: Fast jede Anleger-Generation war überzeugt, in außergewöhnlichen Zeiten zu leben.
Ölkrise in den 1970er Jahren, die Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende, die Finanzkrise 2007, die Corona-Pandemie, dazwischen immer wieder Inflationsschübe, geopolitische Konflikte oder technologische Revolutionen, zuletzt KI – keine dieser Entwicklungen ließ sich zuverlässig vorhersagen. Und doch haben viele Weltklasseunternehmen ihren Wert über all diese Phasen hinweg stetig gesteigert. Nicht, weil die Krisen sie auf wundersame Art und Weise verschont hätten. Sie haben die Krisen überstanden, weil ihre Geschäftsmodelle robust genug waren, um sich immer wieder an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. So wie es etwa wettbewerbsüberlegenen Herstellern nicht-zyklischer Konsumgüter gelingt.
Das heißt nicht, dass deren Kursentwicklung an der Börse temporär von den genannten Krisen nicht beeinflusst werden könnte, aber die unternehmerische Substanz und die Burggräben um das Geschäftsmodell bleiben intakt und anpassungsfähig. Darauf achten wir und bleiben auch in volatilen Phasen geduldig, ohne den Blick für die unternehmerische Realität verbunden mit den langfristigen Perspektiven zu verlieren. So erholten sich die Kurse wettbewerbsüberlegener Consumer Staples im laufenden Jahr deutlich, nachdem sie 2025 trotz guter unternehmerischer Leistung unter einer schwachen Performance gelitten hatten. Langfristiger Anlageerfolg entsteht nur selten daraus, die Zukunft richtig vorherzusagen. Entscheidend ist vielmehr, sich an Unternehmen zu beteiligen, die auch mit unterschiedlichen Zukunftsszenarien erfolgreich umgehen können.