„Consumer Staples sind nicht langweilig, sie bieten maximal planbares Geschäft“
Dominikus Wagner war zu Gast in der n-tv Telebörse. Dort unterhielt er sich mit Raimund Brichta über die Hersteller nichtzyklischer Konsumgüter, die viele an der Börse als eher „langweilig“ empfinden. Welche Vorzüge diese Unternehmen trotz allem haben und warum ihre Zeit an der Börse wieder kommen wird, erklärt Dominikus Wagner im Interview.
Dominikus Wagner…
… über sogenannte „Langweiler-Aktien“:
„Was Langeweile ist, das muss wahrscheinlich jeder für sich selbst definieren, aber Sie haben recht: „Langweilige“ Stories will an der Börse momentan vermutlich kaum jemand hören. Dabei gibt es Firmen mit wirklich wunderbar langweiligen Geschäftsmodellen. Firmen, die Produkte anbieten, die aus dem alltäglichen Leben von Milliarden Menschen nicht wegzudenken sind, wie etwa Zahnhygiene, Hautpflege oder Waschmittel. Das sind vielleicht Firmen, die mit Blick auf die Kursentwicklung momentan nicht en vogue sind. Die aber aufgrund ihrer wirklich robusten, langweiligen Geschäftsmodelle sehr gut verdienen und mehr als nur ihre Daseinsberechtigung haben.“
… darüber, wie er die Bezeichnung Langeweile empfindet:
„Ich empfinde die Bezeichnung nicht als ungerecht. Ich finde es wunderbar über Langeweile zu sprechen, denn als langfristiger Investor ist es genau das, was ich schätze: Verlässliches, planbares Geschäft. Genau das bieten Firmen wie Procter & Gamble und Colgate-Palmolive, das bieten aber auch kleinere Firmen aus den USA wie Church & Dwight. In Europa sind dies Firmen wie L‘Oréal.“
… darüber, was Investoren erhalten, wenn sie in „Langeweile“ statt „Börsenstory“ investieren:
„Dafür kriegen sie aber maximal planbares Geschäft, sie kriegen Firmen, die auch konjunkturellen Schwächephasen bestens widerstehen können, sie kriegen Firmen, die wachsen. Mal schneller, mal langsamer. Momentan etwas verlangsamt, aber sie wachsen. Vor allem wachsen sie profitabel. Diese Verlässlichkeit kann man als Langweile bezeichnen, man kann sie aber auch etwas Hervorragendes bezeichnen. Und das tue ich.“