Und der Ausblick? Erst vor kurzem hat die Deutsche Börse einen wichtigen Meilenstein erreicht. Im März stimmten die Aktionäre von Allfunds, Europas größter Fondsvertriebsplattform mit über 1,7 Billionen Euro Assets under Administration, der Übernahme durch die Deutsche Börse zu. Durch den Ausbau des Fondsgeschäfts wird das Geschäftsmodell durch die Erhöhung des Anteils wiederkehrender Umsätze nochmals resilienter. Darüber hinaus verbessert sich auch die regionale Diversifizierung, weil Allfunds vor allem in Frankreich, Italien und Spanien präsent ist.
Mit einem Volumen von 5,3 Mrd. Euro wäre dies die größte Übernahme in der Geschichte der Deutschen Börse, nach der 2023 erfolgten Übernahme von SimCorp (3,9 Mrd. Euro). Die Aktionäre von Allfunds haben der Transaktion bereits zugestimmt; der Abschluss steht jedoch noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen und wird für das erste Halbjahr 2027 erwartet. Die kurzfristige Integrationslast, das Management der Synergien (ca. 60 Mio. Euro Kostensynergien werden angestrebt) und das mit der Übernahme einhergehende, sich verändernde Verschuldungsprofil gilt es dabei im Auge zu behalten.
Pläne im Bereich der Kryptoplattformen
Des Weiteren plant die Deutsche Börse den Einstieg in die Kryptoplattform Kraken. Für 200 Mio. US-Dollar erwirbt sie 1,5 % der US-Muttergesellschaft Payward. Die Partnerschaft umfasst Handel, Verwahrung, Abwicklung, Sicherheitenmanagement und tokenisierte Vermögenswerte und unterstreicht das Ziel, die Deutsche Börse auch bei digitalen Vermögenswerten zu einem führenden Dienstleister zu machen. Der wirtschaftliche Beitrag ist kurzfristig gering; strategisch geht es aber um die Brücke zwischen traditioneller Marktinfrastruktur und digitalen Assets unter Berücksichtigung der regulatorischen Risiken.