Viele Investoren betrachten ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) als unmittelbares Indiz für eine „günstige Aktie“. Doch als unternehmerisch denkende Investoren warnen wir: Diese einfache Formel ist irreführend und ist potenziell gefährlich.
• Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ignoriert Faktoren wie Schulden, Pensionsverpflichtungen und den Kapitalbedarf.
• Der Free Cash Flow erfasst den realen freien Barmittelzufluss und ist der wahre Gradmesser für die Finanzkraft.
• Ein niedriges KGV kann zur „Investment“-Falle werden, wenn es hohe bilanzielle Lasten kaschiert.
Warum ein niedriges KGV für Investoren teuer werden kann
Trotz seines kometenhaften Aufstiegs war auch Google auf dem Weg an die Weltspitze immer wieder mit Herausforderungen konfrontiert. In der jüngeren Vergangenheit sorgte beispielsweise das Aufkommen neuer KI-Konkurrenten wie OpenAI für Zweifel an der Robustheit des Geschäftsmodells. Viele „Börsenexperten“ sahen in ihnen eine Bedrohung für das Kerngeschäft Google Search. Doch der Abgesang durch die Bankanalysten erweist sich einmal mehr als voreiliger Trugschluss.
KI als Treiber für das Suchgeschäft
Das KGV, die wahrscheinlich meistzitierte Kennzahl der Finanzwelt, ist bei der Bewertung des finanziellen Unternehmenserfolgs eine weitestgehend ungeeignete Messgröße. Wir zeigen, warum der Free Cash Flow (FCF) die einzig relevante Größe ist, die verrät, wie viel Geld wirklich als echter Gewinn in der Firmenkasse verbleibt.
Die Tücken der Einfachheit: Was das KGV „verschweigt“
Viele Analysten und Finanzmedien behandeln das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) gerne wie ein Brennglas: So gilt ein Unternehmen, dessen Aktie ein KGV von sieben hat als „günstig“, eines mit einem KGV von 35 als „teuer“. Dieser Fokus auf das KGV erweckt den Anschein, dass eine einzige Zahl eine detaillierte Unternehmensanalyse Zusammenfassen (oder sogar ersetzen) könnte. Doch das KGV teilt den Aktienkurs lediglich durch den Gewinn je Aktie, also das Nettoergebnis eines Unternehmens bzw. Konzerns; es informiert also über den Preis einer Aktie relativ zum bilanziellen Unternehmensgewinn, und lässt dabei zentrale Sachverhalte in Bezug auf den Wert des Unternehmens außer Acht.
Einfach ist nicht immer gut
Der vermeintliche „Charme“ der Einfachheit dieser weit verbreiteten KGV-Denke kann leicht zu unternehmerisch falschen Investitionsentscheidungen und damit bösen Überraschungen führen. Es ist daher aller höchste Vorsicht geboten, denn das KGV unterschlägt entscheidende bewertungsrelevante Faktoren.