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Lindt & Sprüngli: Mehr Umsatz dank Abnehmspritze?

23.03.2026

Während der weltweite Schokoladenmarkt insgesamt nur moderat wächst, legt Lindt seit Jahren deutlich dynamischer zu und hängt damit Volumenmarken wie Ferrero oder Milka ab.

  • Klasse statt Schokoladenmasse: Lindt & Sprüngli wächst dank starker Marken und konsequenter Premiumstrategie.

  • Maßvoller Genuss im Trend: Der Boom der Abnehmspritzen stärkt überraschend die Nachfrage nach hochwertiger Schokolade.

  • Erfolgsfaktor Preissetzungsmacht: Kakao- und Rohstoffpreise fängt Lindt über Preise, Produktmix und Marke auf.

Beeindruckendes organisches Wachstum

Wenn zu Ostern die Goldhasen von Lindt & Sprüngli wieder im Supermarktregal stehen, zeigt sich wieder einmal die einzigartige Marktposition des Schweizer Chocolatiers. Saisonprodukte wie die Goldhasen oder Lindt-Weihnachtsmänner gehören seit Jahrzehnten zu den Wachstumstreibern. Sie sind nicht nur wichtige Markenbotschafter bei den Konsumenten, sondern haben Lindt & Sprüngli zu „der“ Prestige-Marke für Schokoladengeschenke schlechthin gemacht.

Während der weltweite Schokoladenmarkt insgesamt nur moderat wächst, legt Lindt seit Jahren deutlich dynamischer zu und hängt damit auch Volumenmarken wie Ferrero oder Mondelez (Milka) ab. Im vergangenen Jahr wuchs der Umsatz organisch um 12,4 % auf 5,92 Mrd. CHF. Zur Einordnung: Langfristig strebt Lindt & Sprüngli ein Wachstumsziel zwischen 6 und 8 % an. Auf allen Absatzmärkten hat Lindt 2025 deutlich zugelegt: Europa, Lindts größter Absatzmarkt, wuchs um 15,3 % auf 2,96 Mrd. CHF. Alle Einzelmärkte konnten den Umsatz zweistellig steigern, von +11,6 % in Italien bis +34,9 % in Benelux. Nordamerika legte 8,9 % auf 2,18 Mrd. CHF zu und der „Rest der Welt“ um 11,7 % auf 776 Mio. CHF.

Konsequent verfolgte Premiumstrategie

Der Grund dafür liegt in der seit Jahren konsequent verfolgten Premiumstrategie der Schweizer. Mit Marken wie Lindor, Excellence oder dem Dubai-Style-Sortiment schafft es Lindt immer wieder, neue Produkte einzuführen, die den Premiumanteil des Sortiments weiter erhöhen. Und mit der Lindt Tokyo Style Schokolade mit Matcha bahnt sich bereits der nächste Verkaufsschlager an. Gleichzeitig wächst das eigene Retailgeschäft mit inzwischen mehr als 600 Lindt-Shops weltweit besonders stark und festigt damit die direkte Kundenbindung, z.B. mit Matcha-Degustationen und Events mit Influencern, die den Besuch in den Geschäften zu einem echten Kundenerlebnis machen sollen.

Plus: Lindt hat trotz seines seit Jahrzehnten stetigen, hohen Wachstums nach wie vor eine Reihe regionaler „White Spots“, die das Unternehmen schrittweise erschließen kann. So hat Lindt 2025 z. B. ein Joint Venture für den saudi-arabischen Markt mit einem lokalen Partner gegründet. Auch die Expansion nach Malaysia ist mit einem Partner angestoßen. Neue Flagship-Stores wurden zudem in Mexico, Neuseeland und Chile eröffnet.

Wandel beim Schokoladenkonsum

All das, obwohl der Süßwarenmarkt zunehmenden Druck durch den weltweiten Siegeszug der Abnehmspritzen spürt. Interessant ist dabei jedoch eine Entwicklung, die auf den ersten Blick paradox erscheint: Der Boom der GLP-1-Abnehmspritzen scheint den Absatz von Premiumschokolade bei den Patienten sogar zu begünstigen. Das legen Studien aus den USA nahe, wo in 15 % der Haushalte Medikamente zur Gewichtsreduzierung eingesetzt werden. Die Studiendaten zeigen, dass Nutzer dieser Abnehmpräparate tatsächlich insgesamt bewusster essen – dafür aber häufiger zu hochwertigeren Produkten greifen, um sich mit dem Genuss von Premiumschokolade kleine Belohnungen zu gönnen. Gerade bei Premiumprodukten wächst die Nachfrage dieser Konsumenten überdurchschnittlich stark.

Abnehmtrend eröffnet neue Geschäftschancen

Bezogen auf den Gesamtmarkt erhöhte sich der Schokoladenkonsum von GLP-1-Anwendern in den USA um 8,7 % gegenüber +4,1 % unter den Konsumenten, die kein GLP-1 verwenden. Bei Premium-Schokolade sind die Verkäufe unter GLP-1-Nutzern sogar um fast 17 % gestiegen, verglichen mit einem Anstieg von 6,5 % unter Nicht-GLP-1-Konsumenten. Abnehm-Medikamente erweisen sich somit offenbar keineswegs als Geschäftsrisiko, sondern eröffnen neue Geschäftschancen, für die Lindt & Sprüngli mit seinem Premium-Produktportfolio und kreativen Marketing im Unterschied zu den Volumenproduzenten bestens aufgestellt ist.

Während viele Volumenhersteller vor allem über Preise und Mengen konkurrieren, setzt Lindt konsequent auf Marke, Qualität, klugen Produktmix und Premiumisierung. Dieser Ansatz erlaubt es dem Unternehmen selbst in Zeiten stark steigender Rohstoffpreise, etwa beim Kakao, dessen Preis sich zwischenzeitlich vervierfacht hatte, Preiserhöhungen durchzusetzen und gleichzeitig die Profitabilität stabil zu halten.

Für uns ist Lindt daher ein Musterbeispiel einer robusten Gewinnmaschine mit intakten Burggräben um das Geschäftsmodell wie Preissetzungsmacht, starken Marken, Premium-Strategie.

Lesen Sie hier den Investorenbrief 03/2026

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