Erfreulicherweise konnte Nestlé die Kosteneinsparungen, die im Rahmen des Wachstumsplans Fuel for Growth mit 0,7 Mrd. CHF im Jahr 2025 veranschlagt waren, mit 1,1 Mrd. CHF deutlich übertreffen. Diese Einsparungen kommen on top zu einer weiteren Milliarde an Einsparungen aus den laufenden Effizienzinitiativen von Nestlé hinzu. Diese positive Entwicklung nimmt Navratil zum Anlass, das angestrebte Einsparpotenzial mit 2 Mrd. CHF für 2026 noch etwas ambitionierter festzulegen als ursprünglich mit 1,4 Mrd. CHF geplant. 2027 bzw. 2028 sollen sich die Einsparungen dann auf 2,8 bzw. 3 Mrd. CHF belaufen.
Die Einsparungen sollen wiederum ins Geschäft reinvestiert werden, so u.a. ins Marketing, das im Geschäftsjahr 2025 8,6 % vom Umsatz ausmachte (H1: 8,6 %; H2: 8,7 %) nach 8,1 % im Vorjahr. Hier soll es 2026 sowohl in absoluten Zahlen als auch prozentual zu einer Steigerung kommen. Die (bereinigte) operative Marge (oM) betrug im Geschäftsjahr 2025 16,1 % nach 17,2 % im Jahr zuvor, wobei sich auch hier die Kosteninflation in der zweiten Jahreshälfte stärker bemerkbar machte (H1: 16,5 % oM; H2: 15,7 % oM).
Wasser- und Speiseeisgeschäft stehen zum Verkauf
Die Nettoschulden (inkl. Net Working Capital und Pensionsverpflichtungen) belaufen sich auf 52,2 Mrd. CHF, denen jedoch der Marktwert der 20,2 %-Beteiligung an L’Oréal in Höhe von rund 39 Mrd. CHF gegenübersteht. Wirtschaftlich betrachtet ist Nestlé also mit rund 13,2 Mrd. CHF verschuldet, wobei mit schuldensenkender Wirkung noch der Wert von Joint Ventures wie z. B. Froneri (mit PAI Partners), einem weltweit tätigen Speiseeishersteller, zu berücksichtigen wäre. Laut Navratil sind die Verhandlungen bei Froneri über den vollständigen Verkauf der Beteiligung am Joint Venture fortgeschritten. Das Speiseeisgeschäft ist saisonal, benötigt eine komplexe Tiefkühl-Lieferkette und ist skalierungsgetrieben, erklärte Navratil die Beweggründe für den Komplettverkauf. Für die eigenen Restaktivitäten im Bereich Speiseeis fehlt es Nestlé an der nötigen globalen Größe.
Das mit rund 5 Mrd. CHF bewertete Wassergeschäft mit Marken wie Perrier, San Pellegrino oder Vittel soll ebenfalls bis 2027 abgestoßen werden; zur Disposition stehen zudem auch Massenmarkt- Vitamine, weil sich Nestlé hier auf den Premium-Bereich fokussieren will.